

Eldorado
In den Bergen der Cordillera Oriental Kolumbiens liegt der Ursprung der Legende vom Eldorado, die im 16. Jahrhundert für viele Konquistadoren und Glücksritter Auslöser war, in Südamerika den sagenhaften Goldschatz zu suchen. Gemäß den Überlieferungen wurden bei der Krönungszeremonie der Muisca-Häutplinge der zukünftige Herrscher komplett mit Goldstaub bepudert. Anschließend wurde er von Priestern auf einem Floß in die Mitte des Guatavita-Sees gebracht. Dort wusch er sich den Goldstaub ab, während Priester und die am Ufer stehenden Untertanen Unmengen von rituellen Goldgegenständen als Opfergabe in den See warfen.
In späteren Jahren wurden vereinzelt am Ufer goldene Schmuckstücke gefunden, der Großteil wird jedoch im Schlamm des Seebodens versunken sein. Zahlreiche Versuche wurden bis in die jüngste Vergangenheit unternommen, das Wasser aus dem See abzulassen, aber keiner war erfolgreich. Inzwischen ist das Gebiet um den See ein Naturschutzgebiet und jede Art von Grabung und Verlassen markierter Wege ist untersagt.
Für den heutigen Besucher Kolumbiens gestaltet sich die Suche nach Eldorado wesentlich einfacher als zur Zeit der Conquista. Er muss nur das Museo del Oro in Bogotá oder eine seiner Dependancen in anderen Städten Kolumbiens besuchen. Dort sind die goldenen Schmuckstücke der vorkolumbischen Kulturen ausgestellt und beeindrucken durch ihre Pracht. Sei es der goldene Poporo der Quimbayas oder das Floß der Muiscas, die ganze Vielfalt der Goldschmiedetechniken und künstlerische Kreativität können ausgiebig betrachtet werden. Es ist unmöglich vom Erlebnis im Salon Dorado des Goldmuseums nicht überwältigt zu sein.